[unbekannt]
[ohne Titel]
in: Neue Zeitschrift für Musik, Bd. 86, Jg. 57, Heft 46, Mittwoch, 12. November 1890, Rubrik »Correspondenzen«, S. 509

relevant für die veröffentlichten Bände: III/4 Macbeth
Weimar.

Das erste Abonnements‑Concert im Hoftheater fand am 13. October unter Leitung des Hrn. Capellmeister Strauß statt. Die Oberon-Ouverture zum Beginn, die Beethoven’sche Eroica‑Symphonie zum Abschluß, in vollendeter Ausführung, durch welche der Glanz dieser Meisterwerke in’s rechte Licht trat. Unter den übrigen Vorträgen war man auf die Macbeth‑Composition von Strauß als Novität besonders gespannt, da deren Einstudiren viel Schwierigkeiten verursacht hatte. Herr Strauß wurde durch reichlichen Applaus und Hervorruf geehrt. Um denselben auch als Lieder‑Componist kennen zu lernen, hatte Herr Zeller, welcher zuerst folgende Lieder vortrug: Botschaft, Waldesgang Op. 7 von Ludwig Thuille, »Seitdem dein Aug’ in meines schaute«, Op. 17, Nichts, Op. 10 von Richard Strauß, die genannten gewählt, und auch hierbei die schon mehrfach gerühmten erfreulichen Fortschritte bekundet. Zu den weiteren Gesangsvorträgen waren die nachstehenden ausersehen: »Erklärung«, »Ich möcht’ ein Lied dir weih’n«, »In Lust und Schmerzen« von Alexander Ritter, die um so freudiger begrüßt wurden, als sich Ritter durch die mit vielem Beifall aufgenommene Oper »der faule Hans« sehr gut hier eingeführt hat, und als den beiden letzten Lieder‑Dichtungen von Peter Cornelius zu Grunde gelegt sind, welche jetzt erst durch Adolf Sterns verdienstvollen [sic] Herausgabe (C. F. Kahnts Verlag Leipzig 1890) zugänglich gemacht worden sind. Durch reichen Beifall und Hervorruf zeichnete das zahlreiche Publikum den Sänger aus.

verantwortlich für die Edition dieses Dokuments: Stefan Schenk

Zitierempfehlung

Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe – Online-Plattform, richard‑strauss‑ausgabe.de/b42607 (Version 2017‑03‑31).

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