Postkarte
Richard Strauss an Franz Strauß
Montag, 16. Dezember 1889, Weimar

relevant für die veröffentlichten Bände: III/5 Don Juan

Postkarte 3601

An Herrn Franz Strauss, k. Professor, München, Neuhauserstr. 11/3

Lieber Papa! Entschuldige, daß ich so lange nichts von mir hören ließ, ich sitze bis über die Ohren in Correcturen, seit gestern ist noch dazu Künstlerfest, wo ich als Bonbon verkaufender [Neger2] großes Aufsehen erregt. Das letzte Konzert (in welchem ich auch dem Großherzog vorgestellt wurde, der sehr liebenswürdig war) ging famos, ebenso auch Lohengrin ging vortrefflich. Vorgestern kam die Zulage von 900 M., ebenso hat mir Spitzweg [das] geforderte Honorar für Don Juan zugestanden. Es geht mir sehr gut, nur habe ich sehr wenig Zeit. Sobald die Don Juanstimmen fertig sind, schreibe ich ausführlicher. Hoffentlich seid ihr wohl und vergnügt. Es grüßt alle aufs Herzlichste

Euer getreuer Richard

1Überschrift des Typoskripts v. f. H.
2Ergänzung im Sinne des Briefes von Strauss an seine Schwester vom 19.12.1889; im Typoskript: »Nizer (??)«. Im Brief vom 08.12.1889 an die Mutter heißt es noch »Bonbonverkaufender Nubier«.
verantwortlich für die Edition dieses Dokuments: Stefan Schenk

Quellennachweis

  • Original: [unbekannt]

    • Hände:

      • Richard Strauss
    • Autopsie: Keine Autopsie des Originals.

  • Original: Bayerische Staatsbibliothek (München), Signatur: Ana 330 I, Strauss, Nr. 163 (Typoskript) (Transkriptionsgrundlage)

    • Autopsie: 2017-10-23

Bibliographie (Auswahl)

  • Edition in Richard Strauss / Willi Schuh (Hrsg.): Briefe an die Eltern 1882–1906, Zürich, Freiburg (Breisgau), 1954, S. 125.
  • Verzeichnet in Günter Brosche (Hrsg.) / Karl Dachs (Hrsg.): Richard Strauss: Autographen in München und Wien. Verzeichnis (= Veröffentlichungen der Richard-Strauss-Gesellschaft, Bd. 3), Tutzing, 1979, S. 157.

Zitierempfehlung

Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe – Online-Plattform, richard‑strauss‑ausgabe.de/d01966 (Version 2018‑01‑26).

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