Brief
Richard Strauss an Adolph Fürstner [Musikverlag]
Samstag, 1. Juli 1905, Marquartstein

relevant für die veröffentlichten Bände: I/3a Salome
[1r]

[unbekannte Hand:] 3/7 05

[Richard Strauss:] Lieber Herr Fürstner!

Anbei mit vielem Dank das geliehene Taschentuch zurück u. die Bitte, beiliegende Karte in den Kosten [?] verrechnen [?] zu lassen.

Feuersnot in Cöln ging großartig u. hatte vor total aus verkauftem [sic] Haus vorzüglichen Erfolg. Demuth u. Krull famos, unsre Berliner Chöre haben den Cölnern imponirt. Nächstes Jahr zu den Festspielen ist Salome projektirt.

Herr Speyer , den ich in Cöln sprach, hat in London Alles in die Wege geleitet u. vorerst 10% Tantièmen offeriren lassen.

Durch Mrs Untermyer in New York habe ich soeben ein [1v] gedrucktes französisches Original der Salome erhalten. Der Titel lautet:

[2r]

Oscar Wilde
Salomé
Drame en un Acte.

Paris
Librairie de l’Art Indépendant
11, Rue de la Chaussée d’Autin 11

Londres
Elkin Mathews et John Lane
The Bodley-Head Vigo Street.

1893

Tous droits réservés.

[vertikal:] Für Herrn Justizrath Samter – – A. Langen.

[1v]

[gerade:] Dies Exemplar ist jetzt in meinem Besitz; aus ihm wird sich famos die französische Übersetzung herstellen lassen. Ich möchte Sie bitten, daß Sie mir durch Schreibmaschine das ganze französische Exemplar copiren lassen, ich richte es dann mit Strichen ein u. möchte dann den Klavierauszug einem geschickten Franzosen geben, daß er mir meine Noten nach dem französischen Text, der wörtlich der Lachmannschen Übersetzung entspricht, nur eben im Sprachaccent verschieden ist, einrichtet. Nach meiner Ansicht müßten für die französischen u. italienischen Ausgaben ein eigner Klavierauszug herausgegeben werden: Klavier gleich, Singstim̅e neu, da das Noten[Seite auf Einzelblatt]bild der deutschen Ausgabe (unter die später höchstens ein englischer Text kom̅en könnte) zu sehr dadurch gestört würde.

Singer wird mit seinem Schluß 153 [?]/1801 in circa 14 Tagen fertig sein u. beköm̅t dann nur noch das, was Rabbeis jetzt hat. [unbekannte Hand:] 181/2282

[Richard Strauss:] Rabbeis hat dagegen das noch zu schreiben, was jetzt in Singers Besitz ist.3 [unbekannte Hand:] 181/2284 zu [?]

[Richard Strauss:] Herzlichste Grüße von Haus zu Haus
Ihr aufrichtig ergebener
DrRichardStrauss.

[2v] [unbekannte Hand:] 1905
Dr R. Strauß
z. Zt. [?]. Marquartst. d. 1.7.
Erl. [Erledigt] [d.] 3.7.
1Die Zahlen verweisen auf die Paginierung des Partiturautographs.
2Die Zahlen verweisen auf die Paginierung des Partiturautographs.
3Von hier aus führt jeweils ein Strich zu den Vermerken »153[?]/180« und »181/228« weiter oben.
4Die Zahlen verweisen auf die Paginierung des Partiturautographs.
verantwortlich für die Edition dieses Dokuments: Claudia Heine

Quellennachweis

  • Original: [unbekannt] (Autograph)

    • Hände:

      • Richard Strauss (handschriftlich)
      • unbekannt (handschriftlich)
      • unbekannt (handschriftlich)
    • Autopsie: Keine Autopsie des Originals.

    • Reproduktionen:

      • Bayerische Staatsbibliothek (München), Signatur: Ana 330.I.Fürstner, Nr. 102 (Transkriptionsgrundlage)

        • Autopsie: 2019-01-22

      • Richard-Strauss-Archiv (Garmisch-Partenkirchen), Signatur: [Richard Strauss an Fürstner Verlag, 1890–1907, Nr. 112] (Transkriptionsgrundlage)

        • Autopsie: 2016-08-24

Zitierempfehlung

Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe – Online-Plattform, richard‑strauss‑ausgabe.de/d21101 (Version 2019‑04‑12).

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