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Brief
Hans von Bülow an Marie von Bülow
Mittwoch, 13. November 1889, Weimar

relevant für die veröffentlichten Bände: III/5 Don Juan

– – Reise war ein bischen ermüdend nach der schlechten Nacht après le triomphe. [Berlin.] Courier war etwas blaß. Nämlich: ich habe den undankbaren Schu[mann III. Sinf.] so schön lackirt, daß der dritte Satz (Andantino) bissirt werden mußte. Noch nicht dagewesen. Doch nun genug renommirt. – –

Gestern Abend zwei Alte Don Carlos ertragen – hm – mußte aus Gefälligkeit für meinen wirklich herzensnoblen Freund Bronsart Lob heucheln. Hm!

Strauß hier enorm beliebt! Sein Don Juan vorgestern Abend hat einen ganz unerhörten Erfolg gehabt. War diesen Morgen vor 9 bei ihm mit Spitzweg, seine neue sinfonische Dichtung »Tod und Verklärung« zu hören – die mir wieder größeres Zutrauen in seine Entwicklung eingeflößt hat. Sehr bedeutend, trotz allerhand Schlacken auch erquicklich.

Na – mündlich über all das. Vor meinem Concert besuche ich die Zauberflöte (1/2 6 Uhr für auswärtiges Publikum), von Strauß dirigirt – zum Schutze für, d. h. gegen Nervosität. – –

verantwortlich für die Edition dieses Dokuments: Stefan Schenk

Quellennachweis

  • Original: Unbekannt

    • Autopsie: Keine Autopsie des Originals.

Bibliographie (Auswahl)

  • Edition in Hans von Bülow / Marie von Bülow (Hrsg.): Hans von Bülow: Briefe. Höhepunkt und Ende. 1886–1894, Bd. 7 (= Hans von Bülow. Briefe und Schriften, Bd. 8), Leipzig, 1908, S. 273 (Transkriptionsgrundlage).

Zitierempfehlung

Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe – Online-Plattform, richard‑strauss‑ausgabe.de/d30559 (Version 2018‑01‑26).

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