Dokumentation Gesangstexte
Sechs Lieder op. 37
6. Hochzeitlich Lied

relevant für die veröffentlichten Bände: II/3 Lieder op. 31 bis op. 43
Edierter Gesangstext
Hochzeitlich Lied
Lass Akaziendüfte schaukeln,
Rosen durch die Fenster gaukeln,
Blütenfee, Blütenfee, das bist nun du!
Deine buchenroten Locken
läuten mir wie Märchenglocken,
und die weiten Thäler locken …
komm, mein Kind, komm, komm, komm, wir gehn zur Ruh!
In das Land der blassen Farben
ziehn wir ein und Purpurgarben
fächeln stille Flammen zu;
Horch, schon zittern weiche Lieder,
Mond enthüllt sein Schneegefieder,
fieberheiss die reifen Glieder,
ziehn wir, Hand in Hand, zur Ruh.
Leise Scham, so schüchtern gleitend,
lichte Rosenflügel spreitend,
deckt die Äuglein, deckt dich zu.
Klingts im Park von Zymbeln, Zinken,
will durch’s Fenster Venus winken,
müssen Band und Seide sinken,
komm, komm, mein Kind, komm, mein Kind, wir ziehn zur Ruh.

Bemerkung

Es ist keine Quelle zum Gedichttext zu eruieren. Anzunehmen ist, dass Strauss das Gedicht in Form eines heute verschollenen Manuskripts vorlag. Dafür spricht, dass Textdichter und Komponist miteinander korrespondierten. Lindner schrieb dabei: »Nun muß ich aber doch sehr bald daran gehen, Ihnen einige meiner Gedichte, um die Sie mich s[einer]z[ei]t ersucht haben, abzuschreiben. Veröffentlicht habe ich fast gar nichts davon, denn es freut mich nicht, gelesen zu werden.« Anton Lindner an Richard Strauss, I.1900, D–GPrsa, [Ordner L, o. Nr.]. Siehe dazu die Einleitung des Editionsbandes II/3.

verantwortlich für diesen Datensatz: Andreas Pernpeintner

Quellennachweis

Edierter Gesangstext
Richard Strauss: Lieder mit Klavierbegleitung op. 31 bis op. 43, hrsg. von Andreas Pernpeintner, Wien: Verlag Dr. Richard Strauss 2018 (= Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe, II/3)

Zitierempfehlung

Richard Strauss Werke. Kritische Ausgabe – Online-Plattform, richard‑strauss‑ausgabe.de/t10327 (Version 2018‑02‑01).